Erklärung zum Gemälde

Das Frank-Loebsche Haus erlebt im Mai kommenden Jahres den 40. Jahrestag seiner Wiedereröffnung. Dieses Jubiläum soll in angemessener Weise begangen werden. Der Verein Kulturzentrum Altstadt hat die Federführung für dieses große Vorhaben übernommen und koordiniert die Vorbereitungen.

Seinem Satzungszweck entsprechend ist die Erinnerung an die Geschichte des Hauses und seine einstigen Bewohnerinnen und Bewohner für den Verein Kulturzentrum Altstadt ein Selbstverständnis. Aus diesem Grund hat der Verein ein Gemälde erworben, das selbst ein Relikt dieser so bewegenden Vergangenheit ist.

Das Bild ist im Jahr 1929 entstanden und zeigt den Blick von der Galerie im 2. OG in die Wohnung von Juliane und Adolf Haentzschel. Die Künstlerin ist Elisabeth Haentzschel (*1882 Straßburg +1970 Landau), Schwester von Adolf Haentzschel.

Juliane Haentzschel war eine enge Freundin von Olga Loeb, der letzten jüdischen Eigentümerin des Hauses. Ihr gehörte das Haus seit 1927, nachdem sie es von ihrer Mutter Sophie Loeb, geborene Frank, geerbt hatte. Sophie Loeb war eines der acht Kinder von Zacharias Frank, der das Haus im Jahr
1870 erworben hatte. Einer ihrer Brüder war Michael Frank, der Großvater von Anne Frank. Sophie Loeb war also die Großtante von Anne Frank.

Olga Loeb konnte im Jahr 1939 zu Verwandten nach Luxemburg ausreisen, von wo aus sie 1943 ins KZ Theresienstadt deportiert wurde. Sie überlebte den Krieg und kehrte nach Luxemburg zurück, wo sie – seelisch gebrochen – am 15.
September 1946 starb. Das Haus vermachte sie Juliane Haentzschel.

Das Gemälde bietet einen nahezu einzigartigen Einblick in die Wohnkultur des Hauses Ende der 1920er Jahre. Es ist ein Zeitdokument von erstem Rang, das die Betrachtenden auf künstlerische Weise in eine untergegangene Welt inmitten unserer Stadt mitnimmt. Das Gemälde soll der Kunststiftung der Stadt Landau übergeben und dauerhaft im Foyer des Frank-Loebschen Hauses ausgestellt werden.

Der Verein Kulturzentrum Altstadt freut sich, das Gemälde jetzt der Öffentlichkeit präsentiert zu haben und stellte es am Dienstag, den 15.
September, am 80. Todestag von Olga Loeb, um 11:00 Uhr im Frank-Loebschen Haus vor.
Es nahmen teil: Christian Leonhardt, Vorsitzender, sowie weitere Mitglieder des Vorstandes und des Ausschusses Frank-Loebsches Haus (Christine Thelen, Heike Klein, Thomas Engelberg, Dr. Maximilian Ingenthron und Hans-Dieter Schlimmer)

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