februar, 2026
Event Details
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden mehr als 2.000 Patientinnen und Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster entrechtet, zwangssterilisiert, deportiert und ermordet. Sie waren Opfer eines menschenverachtenden Systems, das
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Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden mehr als 2.000 Patientinnen und Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster entrechtet, zwangssterilisiert, deportiert und ermordet. Sie waren Opfer eines menschenverachtenden Systems, das psychisch kranke und beeinträchtigte Menschen als „lebensunwert“ deklarierte. Ihre Schicksale stehen im Mittelpunkt der Wanderausstellung „NS-Psychiatrie in der Pfalz“, die vom Pfalzklinikum Klingenmünster in Zusammenarbeit mit der Gedenkarbeit vor Ort entwickelt wurde und von Sonntag, 8. Februar, bis Sonntag, 22. März, im Frank-Loebschen Haus in Landau zu sehen ist.
„Die Ausstellung macht auf erschütternde Weise sichtbar, wie systematisch und nahezu reibungslos die nationalsozialistische Psychiatrie auch in unserer Region funktionierte“, betont Landaus Kulturdezernent Oberbürgermeister Dominik Geißler. „Anhand konkreter Einzelschicksale, historischer Fotografien und Originaldokumente wird deutlich, dass hinter abstrakten Zahlen reale Menschen und zerstörte Biografien stehen. Gerade deshalb ist diese Ausstellung heute von großer Bedeutung – sie ist eine dringende Einladung zur Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und ihren ethischen Konsequenzen bis in die Gegenwart.“
Anhand persönlicher Briefe von Angehörigen, Verwaltungsakten, Fotografien und Erinnerungsstücken macht die Ausstellung die Strukturen der NS-Psychiatrie in der Pfalz nachvollziehbar. Sie gibt den Opfern ihre Stimme zurück und ermöglicht einen ebenso emotionalen wie informativen Zugang zu einem lange verdrängten Kapitel regionaler Geschichte. Zugleich regt sie zur Reflexion über Verantwortung, Menschenwürde und ethische Fragen in Medizin, Pflege und Gesellschaft an.
Die Vernissage findet am Sonntag, 8. Februar, um 11 Uhr im Säulenraum im Frank-Loebschen Haus statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Uhrzeit
(Sonntag) 11:00
Ort
Frank-Loebschen Haus